Ich lerne einen iMac kennen - 01 Warum Apple?

Adjudant

New member
Ich brauche einen neuen Rechner. Mein alter Rechner hat als Windows7 PC angefangen, wurde dann über Windows 8, Windows 8.1 zu Windows10 hochgerüstet. Ich brauche auf dem PC ein ordentliches Office-Programm mit Mail, Kalender, Textverarbeitung und Tabellenkalkulation, natürlich Internet, Musikverwaltung und E-Book-Verwaltung und er muss mit Vergrößerung (Zoomtext) und Screenreader (JAWS) funktionieren. Bisher habe ich Office 2010 und Outlook 2013 benutzt.

Meine Begeisterung für Windows hat von Windows 3.1 bis Windows XP zu- und seither stetig abgenommen. Ursprünglich war Windows ein offenes System, mit dem man fast alle Hard- und Software zum Laufen gekriegt hat. Man musste aber man konnte fast alles einstellen. Heute hat Windows derart viele Einschränkungen, weil es vermeintlich den Nutzer vor sich selbst und der bösen Welt schützen will, dass es fast nicht mehr funktioniert. Einen wirklich neuen oder auch einen acht Jahre alten Drucker nutzbar zu machen oder eine Festplatte unter UEFI mit TPM nachzurüsten ist abenteuerlich, stört die meisten Nutzer aber vermutlich nicht. Absurd sind aber die ständigen Änderungen altbewährter Funktionen in den Officeversionen, die nur der Schulungsindustrie nutzen. Warum die Tastenkombination für die Entwurfsansicht in Word, die viele Blinde und Sehbehinderte für den Screenreader nutzen, nach 20 Jahren Microsoft Office nicht mehr „ALT+F, E“ ist, sondern seit Word 2013 „ALT+F, U“ konnte mir nicht mal der Microsoft Support erklären. Dazu kommen die Probleme in Windows mit Schadsoftware, die unklare Haltung von Microsoft in Datenschutzfragen (Stichwort NSA-Kooperation) und die Behäbigkeit von Microsoft bei Softwarefehlern, die von Schadsoftware bereits aktiv ausgenutzt wird.
Den Ausschlag zur Abkehr von Microsoft gab für mich dann die Bevormundung von Nutzern mit Windows10, wo neue Funktionen, die nicht sicherheitsrelevant sind, nicht mehr durch Ausschalten des Updates abgewählt werden können. In der Folge wurde ich mit Zwangsverknüpfungen in die Cloud an vielen auch unsinnigen Stellen (wie dem Benutzerkonto), neuen Benutzeroberflächen mit Schiebefenstern (sogenannten „Slideshows“) die mit Screenreader kaum noch bedienbar sind und Zwangsdeinstallionen (z.B. beim Windows Media Player) „beglückt“. Andere wichtige Anbieter zogen nach und lieferten Produkte, die die neue Windows-Optik und die Cloud-Anbindung übernahmen, aber für Sehbehinderte kaum noch bedienbar sind (z.B. der Adobe Reader DC).
Bei Softwareprogrammen für Windows ist insbesondere bei älteren Programmen nicht sichergestellt, dass sie mit der (seit Windows10 zwangsweise) neuesten Windowsversion überhaupt kompatibel sind geschweige denn, dass ich Vergrößerungsprogramme oder Screenreader sinnvoll nutzen kann.
Von Microsoft vollmundig angekündigte eigene Assistenzsysteme, z.B. der Screenreader WindowsEye oder die integrierte Texteingabe, haben es nie in Vollversionen geschafft, waren nur in Bruchstücken ins Deutsche übersetzt und werden nicht mehr ernsthaft verfolgt. Die Systemsteuerung per Sprache (Cortana) ist zumindest in der deutschen Version eher Spielerei als produktiv nutzbar.

Nach Test mit verschiedenen Linux-Distributionen, bei denen Vergrößerungs- oder Screenreaderfunktionen zumindest in den deutschen Versionen eher Bastelcharakter hatten als stabil gelaufen sind, bin ich schließlich bei Apples iMac gelandet.

Apple bietet ein geschlossenes System. Das bedeutet es gibt neben den Apple-eigenen Produkten nur zertifizierte Hard- und Software, die dann aber sicher läuft und alle Funktionen des Betriebssystems unterstützt. Daneben bietet Apple auch auf den Desktopgeräten und Laptops programmübergreifend hauseigene Vergrößerung und Screenreader (VoiceOver) sowie zahlreiche weitere einzeln anpassbare Assistenzfunktionen. Dazu kommt, dass iOS-Geräte gut integrierbar sind. Das auch Apple nicht an Cloudlösungen vorbeikommt, ist wohl dem Zeitgeist geschuldet. Letztlich spricht aber alles für ein Apple-Gerät.

Fazit: Der neue PC wird ein Apple.
 
Oben